Erbrecht

Aus Paragraphenreiter.org
Zur Navigation springen Zur Suche springen

Grundlagen

  • Art. 14 I 1 GG
  • Privaterbfolge: Versorgungsfunktion der Familie
  • in Zusammenhang mit Eigentumsrecht: Grundlage der privaten Vermögensgarantie
    • Vererblichkeit des Besitzes: § 857 BGB (insb. Mietrecht, s.a. § 563 BGB), grds. kein gutgläubiger Erwerb
  • § 1922 BGB: Universalsukzession (Vermögen geht als Ganzes auf den Erben über, Gesamtrechtsnachfolge)
    • Gegenbegriff: Singularsukzession (einzelne Vermögensgegenstände gehen auf einzelne Personen über)
    • Erbschaft: Summe aller Rechten und Pflichten des Erblassers
    • Erbfähigkeit, § 1923 BGB
      • Rechtsfähigkeit: § 1 BGB
      • Geschäftsfähigkeit: §§ 2, 104 ff. BGB
      • Testierfähigkeit: § 2229 BGB
      • auch juristische Personen
      • relative Erbunfähigkeit: z.B. Notare, Dolmetscher, Träger oder Bedienstete eines Heims
    • Erbenhaftung: § 1967 BGB (auch negatives Vermögen)
      • Nachlassinsolvenzverfahren
      • Dürftigkeitseinrede
      • Aufgebot
      • Inventarerrichtung
      • Dreimonatseinrede
    • Gesamtschuldner: § 2058 BGB (Erbengemeinschaft, § 2032 BGB)
    • Elterliche Sorge: wird nicht vererbt
    • § 1615 BGB: Erlöschen des Unterhaltsanspruchs
    • Eigentum, Gesellschaftsanteile, materielle Interessen (Persönlichkeitsrechte)
    • Patientenunterlagen: § 630g III BGB
    • E-Mail-Konto/Facebook-Account (digitaler Nachlass)
      • schulrechtlicher Vertrag geht auf Erben über (Vermögen i.S.d. § 1922 BGB)
      • Zugang über verberbliche vertragliche Ansprüche (Provider)
      • Schranken der Vererblichkeit: z.B. BDSG, DSGVO, Fernmeldegeheimnis
    • Urheberrecht, § 28 UrhG
    • kommerzielle Verwertung eines Menschen durch postmortale Verletzung des APR (Art. 2 I i.V.m. Art. 1 I GG)
      • keine Geldentschädigung (keine Genugtuung möglich)
      • in Betracht kommt jedoch Schadensersatz (sonstiges Recht i.S.d. § 823 I BGB) wegen entgangenem Gewinn
  • Ausschlagung der Erbschaft, § 1942 BGB (wirkt zurück, § 1953 BGB)
  • Schrankenbestimmung des Erbrechts: Erbschafts- und Schenkungssteuergesetz (Erwerb von Todes wegen, Vermächtnis, Zweckschenkung)
  • Erbfähigkeit (= Rechtsfähigkeit, jedoch Beginn gem. § 1939 II BGB, wenn Nasciturus auch geborgen wird) endet mit dem Tod
  • Erbengemeinschaft (mehrere Erben, §§ 2038 ff. BGB)
  • Erblasser: jeder Verstorbene, der einen Nachlass hinterlässt (unerheblich, ob dieser testamentarisch, erbvertraglich oder nach gesetzlicher Erbfolge geregelt ist)
  • Bestattungsrecht, Totensorge: eine Leiche muss bestattet werden durch Beisetzung in einer Grabstätte (Saarländisches Bestattungsgesetz)
  • Hinterbliebenengeld, § 844 BGB
  • gewillkürte Erbfolge, letztwillige Verfügung, Verfügungen von Todes wegen: §§ 1937-1941 BGB
  • Vertrag zugunsten Dritter auf den Todesfall
  • Erbschaftskauf, §§ 2371 ff. BGB

Gesetzliche Erbfolge

  • Wege zur gesetzlichen Erbfolge
    • weder Testament noch Erbvertrag
    • Testament oder Erbvertrag unwirksam
    • Berechnung des Pflichtteils
  • erbrechtlicher Vonselbsterwerb (kraft Gesetzes, Wille oder Wissen nicht erforderlich)
  • Erbverzicht: § 2346 I BGB
  • Enterbung ohne Erbeinsetzung: § 1938 BGB
  • Erbunwürdigkeit, §§ 2339 ff. BGB: kann zum Ausschluss des Erbrechts eines Kindes führen
  • § 1924-1930 BGB: Verwandte (1.-4. und fernere Ordnungen)
    • § 1930 BGB: Rangfolge der Ordnungen
    • § 1924 II BGB: Lebende schließen weitere Abkömmlinge aus (Repräsentationsprinzip)
    • § 1924 III BGB: an die Stelle nicht mehr lebender Abkömmlinge (Vorverstorbene) treten deren Abkömmlinge und Kinder erben zu gleichen Teilen (§ 1924 IV BGB)
      • Nachteil für Enkel aus kinderreichen Familien
    • § 1928 III BGB: Grade = Anzahl der Geburten
  • §§ 1931 ff. BGB: Ehegatten
    • zunächst 1/4 (aus § 1931 I 1 BGB) + pauschal 1/4 (aus § 1371 BGB) = 1/2
    • § 1932 BGB (Voraus): zum Haushalt gehörende Gegenstände (Fiktion: als gehöre es nicht zum Nachlass, z.B. Schreibtisch, Staubsauger, Teppich)
    • § 1933 BGB: Ausschluss des Ehegattenerbrechts bei Vorliegen der Voraussetzungen für die Scheidung
    • Kommorientenvermutung, § 11 Verschollenheitsgesetz: gleichzeitiger Todeszeitpunkt (Verstorbene werden nur von Verwandten beerbt)
    • Dreißigster, § 1969 BGB: Familienangehörige sind auch Partner einer eheähnlichen Gemeinschaft
    • Unterhaltsanspruch der werdenden Mutter eines Erben, § 1963 BGB
    • Unterhalt geschiedener Ehegatten, § 1586b BGB: Nachlassverbindlichkeit
  • Lebenspartner, § 10 LPartG
    • nichteheliche Lebensgemeinschaft: kein gesetzliches Erbrecht, aber: § 1969 BGB (Dreißigster)
    • keine analoge Anwendung des § 1931 BGB (keine rechtliche Bindung wie bei Ehe)
    • § 10 LPartG: eingetragene Lebensgemeinschaft gleichgeschlechtlicher Partner
  • § 1936 BGB: Staatserbrecht
  • Erbensucher: vom Nachlassgericht "beauftragt"? Lediglich Information, kein Vertrag. Dennoch Vergütungsanspruch ggü. Erben?
    • Geschäftsführung ohne Auftrag? Fremdgeschäftsführungswille (str.)
    • Bereicherungsrecht, §§ 812 ff. BGB (str.): Kenntnis der Nichtschuld, § 814 BGB (P)
    • Angemaßte Eigengeschäftsführung (P)

Testament und Erbvertrag

Testament

  • §§ 1937, 2064 (persönliche Errichtung, nicht durch Vertreter), 2229 BGB
  • keine Anwendung des allgemeinen Gleichheitsgrundsatzes (Art. 3 I GG), unsachliche Diskriminierung grds. erlaubt
  • Testierfähigkeit, § 2229 BGB: 16 Jahre, keine Zustimmung des gesetzlichen Vertreters
    • § 2233 BGB: bei Minderjährigkeit nur durch Erklärung ggü. Notar
    • § 2299 IV BGB: lex specialis zu § 104 II BGB (lucidum intervallum, str.)
  • Testamentsform (§ 125 S. 1 BGB)
    • § 2231 Nr. 1 BGB: notarielles (öffentliches) Testament
    • § 2231 Nr. 2 i.V.m. 2247 BGB: eigenhändiges (privatschriftliches) Testament
      • muss: eigenhändig geschrieben, unterschrieben (Schreibhilfe str., Hand darf nicht geführt werden)
      • soll: Zeit, Ort, Name
      • kann: Überschrift ("Mein letzter Wille"), Umschlag, Papier
    • § 2233 BGB: Sonderfälle, §§ 2249 ff. BGB
      • § 2249 BGB: Nottestament vor dem Bürgermeister
      • § 2250 BGB: Drei-Zeugen-Testament
      • § 2251 BGB: Nottestament auf See
  • Testierwille
    • letztwillige Anordnungen zu treffen, § 133 BGB (nicht empfangsbedürftig gem. § 157 BGB)
    • Ernstlichkeit muss erkennbar sein
    • Gesamtwürdigung (Andeutungstheorie): Motivation des Erblassers + Auswirkungen der Verfügung von Todes wegen
  • Berliner Testament
    • Trennungslösung: Kinder (Nacherben) werden unmittelbar Erben des vorverstorbenen Ehepartners (Vorerbe, § 2100 BGB: zwei getrennte Erben)
    • Einheitslösung (§ 2269 BGB): Vermögen geht vom überlebenden Ehegatten (Vollerbe, vorerst Enterbung der Kinder) auf die Kinder (Schlusserben)
    • Pflichtteilsstrafklauseln: beim ersten Erbfall erhalten (in Form der bedingten Auszahlung auf den zweiten Erbfall) auch Geschwister ihren gesetzlichen Erbteil (Jastrowsche Klausel)
  • gemeinschaftliches Testament
    • § 2265 BGB: nur von Ehegatten (aber: § 10 IV LPartG)
    • § 2267 BGB (Form): eigenhändig geschrieben von einem, mitunterzeichnet von beiden Ehegatten
    • § 2270 BGB: Aufhebung wechselbezüglicher Verfügungen
    • § 2268 BGB: Wirkung der Ehenichtigkeit/-auflösung
  • Testierfreiheit
    • Grenze: Sittenwidrigkeit gem. § 138 BGB (objektives/subjektives Element)
      • Geliebten-/Mätressentestament: Einsetzung der Geliebten, str. wird nur bei "Hergabe für Hingabe" bejaht
      • Behindertentestament (Nacherbschaft bei gleichzeitiger Testamentsvollstreckung): soll Erben trotz seiner Erbschaft die volle staatliche Unterstützung zu erhalten, ohne dass das vererbte Vermögen hierfür eingesetzt werden muss (Benachteiligung des Sozialhilfeträgers?)
    • testamentarischer Erbe
    • auflösende Potestativbedingung, § 158 II BGB i.V.m. § 2075 BGB (Ebenbürtigkeitsklausel): Zwangsheirat (Gegenargument: kein rechtlicher Anspruch als Erbe, daher auch keine Benachteiligung)
      • Abwägung: Testierfreiheit vs. Religionsfreiheit
      • Scheidung: Eingriff in Ehefreiheit
  • Bestimmtheitsgrundsatz
    • Selbstbestimmung des Erblassers, § 2065 BGB (Kriterien: Bewertungen, Entscheidungshoheit)
    • Bestimmtheit einer Verfügung, §§ 2066-2076 BGB
      • Auslegung, Erforschung des wirklichen Willens

Erbvertrag

  • §§ 1941, 2274 BGB
  • unbeschränkte Geschäftsfähigkeit erforderlich, § 2275 BGB (nicht lediglich Testierfähigkeit)
    • schreib- oder sprechunfähige Menschen: Verletzung der Verhältnismäßigkeit (Art. 3 GG)
  • § 2276 BGB: notarielle Form
  • nicht durch Vertreter, außer § 2276 II BGB (Ehegatten)
  • pacta sunt servanda
  • zweiseitige Verfügungen (§ 2278 BGB), z.B. Teilungsanordnung
  • § 2280 BGB: Anwendung des § 2269 BGB

Beseitigung letztwilliger Verfügungen

Testament

  • Anfechtung
    • § 2078 Abs. 1 BGB: Inhalts-/Erklärungsirrtum (vgl. § 119 BGB)
    • § 2078 Abs. 2 Alt. 1,2 BGB: Motivirrtum (vgl. § 119 II BGB)
    • § 2078 Abs. 2 Alt. 3 BGB: Drohung (vgl. § 123 BGB)
    • § 2079 BGB: Übergehung eines Pflichtteilsberechtigten (auch Ehegatte)
  • Veränderung/Vernichtung: § 2255 BGB
  • Rücknahme aus der amtlichen Verwahrung, § 2256 BGB
  • Widerruflichkeit durch neues Testament, §§ 2253, 2254 BGB
    • § 2257 BGB: Widerruf des Widerrufs
    • § 2258 BGB: Widerruf durch späteres Testament (Aufhebung insoweit, als das spätere mit dem früheren in Widerspruch steht)

Erbvertrag

  • gemeinsame Aufhebung durch Vertrag, §§ 2290-2292 BGB (auch durch Testament bzw. gemeinschaftliches Testament)
  • Rücktritt, §§ 2293-2297 BGB: durch Vorbehalt, bei Verfehlungen des Bedachten, bei Aufhebung der Gegenverpflichtung
  • Anfechtung durch Erblasser, §§ 2281 ff. BGB (wegen §§ 2078, 2078 BGB)
    • nach Tod des Erblassers durch Dritte, §§ 2078, 2079, 2285 BGB

Wechselbezügliche Verfügungen

  • Widerruf wechselbezüglicher Verfügungen: § 2271 I 1 i.V.m. 2296 BGB (notariell beurkundete Verfügung, keine Vertretung)
  • Widerruf nach Ausschlagung, § 2271 II BGB
  • Anfechtung analog §§ 2281 ff. BGB (Arg. Bindungswirkung des gemeinschaftlichen Testaments)
  • Anfechtung durch Dritte, §§ 2078 ff. BGB

Erbrechtliche Gestaltungsinstrumente

Testament

  • Damnationslegat (≠ Vindikationslegat)
    • Erbeinsetzung (§ 1922 BGB, dingliches Recht)
      • Erbeinsetzung, § 2087 BGB
        • § 2087 I BGB: Zuwendung des Vermögens (oder eines Bruchteils) = Erbeinsetzung
        • § 2087 II BGB: Zuwendung einzelner Gegenstände (auch mit Bezeichnung "Erbe") = im Zweifel keine Erbeinsetzung
    • Zuwendung eines Vermächtnisses (§ 1939 BGB, schuldrechtlicher Anspruch)
      • §§ 2147, 2174 BGB
      • Verjährung (§§ 194 ff. BGB)
  • Enterbung (auch konkludent): §§ 2303, 2304 BGB
  • entleerter Nachlass
  • Untervermächtnis
  • Verschaffungsvermächtnis, § 2170 BGB
  • Ausschlagung eines Testaments: § 1945 BGB (Erklärung gegenüber dem Nachlassgericht)
  • Ausschlagung des Vermächtnisses
  • Ersatzvermächtnisnehmer
  • Vor-/Nacherbschaft, §§ 2100 ff. BGB
    • § 2106 BGB: Eintritt der Nachfolge
    • Abgrenzung zu Ersatzerbschaft (§ 2096 BGB): § 2102 BGB
    • Verhältnis Vorerbe/Nacherbe (befreiter Vorerbe: § 2136 BGB)
      • materielle Surrogation, § 2111 BGB
      • Verfügungen über Grundstücke, § 2113 BGB (relative Unwirksamkeit)

Vorausvermächtnis, Teilungsanordnung

Vorausvermächtnis Teilungsanordnung
§ 2150 BGB § 2048 BGB
einem Erben zugewendetes Vermächtnis Anordnung für Auseinandersetzung
nicht auf Erbteil anzurechnen – Begünstigungswille vorhanden? keine wertmäßige Besserstellung über die Erbquote hinaus bezweckt

Auflage, Bedingung

Auflage Bedingung
§§ 1940, 2192 ff. BGB § 158 I BGB
wirkt auf Erben ein ("Bitte!") wird Erbe "nur dann, wenn"

Testamentsvollstreckung

  • §§ 2197 ff. BGB
  • § 2203 BGB: Ausführung der letztwilligen Verfügungen
  • § 2219 BGB: Haftung
  • § 2221 BGB: Vergütung
  • kein hoheitliches Amt (nur privatrechtlich, vgl. Insolvenzverwalter)

Rechtliche Stellung des Erben

  • § 1942 BGB: Anfall
  • § 1953 BGB: Ausschlagung (Anfall gilt als nicht erfolgt, ex tunc)
  • § 1943 BGB: Annahme (Ausschlagung dann nicht mehr möglich)
  • §§ 1954 ff. BGB: Anfechtung (Anfechtungsgründe: § 119 II BGB verkehrswesentliche/wertbildende Eigenschaften; § 123 BGB)

Erbengemeinschaft

Gesamthand Bruchteilsgemeinschaft
§§ 2032 ff. BGB §§ 1008 ff., 741 ff. BGB
gemeinschaftliches Vermögen gemeinschaftliches Recht
jedem gehört alles Miteigentum
  • Nachlassverwaltung, § 2038 BGB: gemeinschaftlich, Mitwirkung zur ordnungsgemäßen Verwaltung, notwendige Maßregeln ohne Mitwirkung
  • Auseinandersetzung, §§ 2042 ff. BGB
    • Vorausvermächtnisse, § 2150 BGB
    • Verbindlichkeiten, § 2046 BGB (§ 2058 BGB: gesamtschuldnerische Haftung)
    • Verteilung, § 2047 BGB: nach dem Verhältnis der Erbteile (Abs. 2: Schriftstücke bleiben gemeinschaftlich)
      • Teilungsanordnung, § 2048 BGB
      • Ausgleichungspflichten, §§ 2050 ff. BGB
        • § 2050 BGB: für Abkömmlinge als gesetzliche Erben (Ausstattungen = größere Investitionen)
        • § 2057a BGB: bei besonderen Leistungen eines Abkömmlings
  • Nachfolge in Personengesellschaften
    • § 727 BGB: Auflösung durch Tod eines Gesellschafters
      • Fortsetzungsklausel (vgl. § 736 BGB)
      • § 738 I 2 BGB: Abfindung (Buchwertklausel)
      • Nachfolgeklausel: Erben werden unmittelbare Nachfolger
      • Eintrittsklausel (Vertrag zugunsten Dritter)
  • Rechtsnachfolge in das Geschäft eines Einzelkaufmanns
  • Rechtsnachfolge in Anteile von Kapitalgesellschaften

Pflichtteilsrecht

Ausschluss vom Nachlass

Erblasserwille Verhalten der Aspiranten
Erbe Enterbung, § 1938 BGB → Pflichtteil, §§ 2303 ff. BGB (Abkömmlinge, Eltern, Ehegatten: Hälfte des Wertes des gesetzlichen Erbteils – schuldrechtlicher Anspruch) Erbunwürdigkeit, §§ 2339 ff. BGB
Pflichtteil Pflichtteilsentziehung, §§ 2333 ff. BGB Pflichtteilsunwürdigkeit, §§ 2345 ff. BGB
  • Zusatzpflichtteil, § 2305 BGB: Pflichtteilsrestanspruch
  • Pflichtteilsergänzung, § 2325 BGB: Schenkungen werden fiktiv zum Nachlass hinzugerechnet
  • Bonifatius-Fall (heute: einmal bestehende Einigung genügt, sofern diese nicht vor Übergabe widerrufen wurde)
    • Schenkung unter Lebenden (lebzeitiges Vermögensopfer, § 516 BGB)
    • Schenkungsversprechen auf den Todesfall (Überlebensbedingung, § 2301 BGB)
  • Auskunftsanspruch, § 2314 BGB (eidesstattliche Versicherung, § 260 II BGB) – Stufenklage (§ 254 ZPO)
  • Erbverzicht, § 2346 BGB

Erbverfahrensrecht

Nach dem Tod eines Menschen

  • TodTotenschein (durch Arzt, BestG) – Eintragung im Sterberegister (Standesamt: § 31 PStG) – Sterbeurkunde (Standesamt: §§ 55 I Nr. 5, 60 PStG) – Ablieferungspflicht Testamente (an Nachlassgericht: § 2259 I BGB; sonst Urkundenunterdrückung gem. § 274 StGB) – Eröffnung letztwilliger Verfügungen (§§ 348 ff. FamFG) – Erbschein (Nachlassgericht: § 2353 BGB, §§ 352 ff. FamFG)

Erbschein

  • Funktionen
    • Richtigkeitsvermutung, § 2365 BGB
      • Erbscheinserbe
      • Scheinerbe
      • ABG-Klauseln von Banken evtl. wegen unangemessener Benachteiligung unwirksam (BGH)
    • Öffentlicher Glaube, §§ 2366-2367 BGB
  • Guter und öffentlicher Glaube
    • Erblasser ≠ Eigentümer: § 932 BGB
    • Erbscheinserbe ≠ Erbe: § 2366 BGB
  • Einziehung und Kraftloserklärung, § 2361 BGB
  • Herausgabe- und Auskunftsanspruch (des wirklichen Erben), § 2362 BGB
  • Europäisches Nachlasszeugnis